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Die Zahl der Beschäftigten im deutschen Kreditgewerbe ist im Jahr 2025 erneut leicht gestiegen. Sie lag zum Jahresende bei 548.700, das entspricht einem Zuwachs von knapp 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr (543.350). Damit setzt sich der durch Sondereffekte begründete moderate Aufwärtstrend des Vorjahres fort. Zu diesem Ergebnis kommt der Arbeitgeberverband der privaten Banken in seiner aktuellen Beschäftigtenerhebung.
Das leichte Plus erklärt sich wie im vergangenen Jahr vor allem dadurch, dass in einzelnen Bankengruppen in den kommenden Jahren absehbar besonders viele Beschäftigte in den Ruhestand gehen und die betroffenen Institute vorausschauend zusätzliche Mitarbeitende eingestellt haben, um einem drohenden Fachkräftemangel in den Folgejahren zuvorzukommen. Hinzu kommen gezielte Neueinstellungen in Wachstumsbereichen, etwa im Private Banking und Wealth Management, sowie für Compliance und Regulierung.
Bei den privaten Banken und Bausparkassen ist die Beschäftigtenzahl im vergangenen Jahr aufgrund anhaltender Restrukturierungen um 1,5 Prozent gesunken. Zum Jahresende2025 waren hier rund 152.250 Personen beschäftigt (Vorjahr: 154.600). Trotz des Rückgangs haben die privaten Banken auch im KI-Zeitalter weiterhin Bedarf an hoch qualifizierten Beschäftigten, insbesondere für komplexere Beratungen. Hierverfolgen einige Institute gezielte Wachstumsstrategien. „Die privaten Bankenbieten Mitarbeitenden mit hoher Expertise auch in einem unsicheren Marktumfeld weiterhin sehr gute Perspektiven“, sagt Dr. Thomas A. Lange, Vorsitzender des AGV Banken.
Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass die Beschäftigtenzahl bei den privaten Banken auch in den kommenden Jahren insgesamt rückläufig sein wird: Absehbar werden durch digitale Automatisierung und perspektivisch auch durch KI standardisierte Tätigkeiten ersetzt, insbesondere in bestimmten Zentralbereichen und Marktfolge-Einheiten. Hinzu kommt Personalabbau durch die fortschreitende Konsolidierung. Dr. Thomas A. Lange: „Die aktuelle Dynamik im europäischen Bankenmarkt zeigt, unter welchem Wettbewerbsdruck unsere Branche steht. In diesem Umfeld müssen wir die Kosten im Griff behalten, um auch in der Breite so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.“
Der Anteil von Frauen in Führungspositionen im privaten Bankgewerbe ist erneut leicht angestiegen und liegt bei deutlich über einem Drittel: 2025 waren 37,3 Prozent aller außertariflich Angestellten weiblich (Vorjahr: 37,1). Die Teilzeitquote über alle Beschäftigten hinweg liegt konstant bei einem Viertel: 2025 arbeiteten 25,0 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit (Vorjahr: 25,1 Prozent). In der Gesamtwirtschaft lag der Anteil der Beschäftigten in Teilzeit bei 29,5 Prozent.
Im ersten Termin der Tarifrunde der privaten Banken 2026 haben die Arbeitgeber dafür geworben, sich im derzeit äußerst schwierigen ökonomischen und finanzwirtschaftlichen Umfeld auf die Gehaltsfrage zu konzentrieren. Die Verhandlungen sollten nicht mit einer Vielzahl komplexer Themen überfrachtet werden.
Mit Blick auf die umfangreichen Forderungspakete der Gewerkschaften Verdi und DBV erklärte Dr. Thomas A. Lange, Verhandlungsführer der Banken-Arbeitgeber: „In unsicheren Zeiten brauchen wir im Rahmen unserer Sozialpartnerschaft mit den Gewerkschaften eine pragmatische Tarifpolitik, die Sicherheit schafft. Für alle Beteiligten.“ Das tarifpolitische Rahmenwerk zur Bewältigung tiefgreifender Transformationsphasen habe sich bewährt, weitergehende Regelungen müssten den Unternehmen überlassen bleiben. „Forderungen dürfen den Realitätsbezug nicht verlieren und zu keiner Überforderung führen“, so Lange.
Die Gehaltsvorstellungen der Gewerkschaften Verdi (6,0 Prozent für 12 Monate) und DBV (9,5 Prozent für 24 Monate) haben die Banken-Arbeitgeber als deutlich zu hoch zurückgewiesen. Die zuletzt guten Ergebnisse der privaten Banken dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Kreditwirtschaft erheblichen Risiken gegenübersehe. Die deutsche Wirtschaft und mit ihr die Banken stünden aufgrund geopolitischer und wirtschaftlicher Risiken massiv unter Druck. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen habe den höchsten Stand seit über zehn Jahren erreicht und belaste das Kreditgeschäft der Banken substanziell, wie die seit Ende Juni deutlich erhöhte Risikovorsorge unter Beweis stelle. Hinzu kämen stark erhöhte IT-Risiken. Diese erforderten erhebliche Investitionen, die einen Gutteil der jetzt erwirtschafteten Gewinne aufzehrten. Parallel stünden Teile der privaten Banken angesichts fortschreitender Konsolidierung und digitaler Automatisierung vor weiteren personellen Anpassungen. In diesen Zeiten hoher politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit sei Kostendisziplin das oberste Gebot.
Dr. Thomas A. Lange: „Wir sind selbstverständlich zu einem fairen Ausgleich zwischen den Interessen unserer Beschäftigten und unseren Unternehmen bereit. Aber wir dürfen in der Gehaltsfrage, auch mit Blick auf die Sicherung von Arbeitsplätzen, nicht überziehen. Wir müssen Maß und Mitte halten.“
Das gelte auch für die weitreichenden Forderungen der Gewerkschaften zum Thema Transformation, die von Beschäftigungssicherung über Qualifizierung bis zu Entlastungstagen bei KI-Einsatz reichten. Die Arbeitgeber machten deutlich, dass sie grundsätzlich nicht bereit seien, auf der Verbandsebene verschärfte Kündigungsschutzregelungen zu verhandeln. Darüber hinaus erfolge die passgenaue Qualifizierung – sowohl zur Fortbildung der Mitarbeitenden als auch vor dem Hintergrund aufsichtsrechtlicher Anforderungen – laufend in den Unternehmen. Dabei werde der Einsatz von KI von den Beschäftigten durchweg als unterstützend und damit arbeitsentlastend empfunden.
Dr. Thomas A. Lange: „Als verantwortungsvolle Arbeitgeber sind wir immer zum Dialog über Veränderungen bereit. Unsere Tür steht offen. Aber für Transformationsprozesse brauchen unsere Unternehmen keine tarifliche Nachhilfe.“
Mit Unverständnis haben die Arbeitgeber auf Forderungen nach einem einseitigen Anspruch auf Gehaltsumwandlung in bis zu 20 freie Tage pro Jahr reagiert. Das entspreche einer Arbeitszeitverkürzung von fast 10 Prozent und führe jede seriöse Personalplanung ad absurdum. Die Folge wären Kapazitätsprobleme in vielen Bereichen, die entweder Zusatzbelastungen für die übrigen Beschäftigten im Team oder erhöhte Personalkosten für die Arbeitgeber zur Folge hätten. Beides könne nicht gewollt sein.
Die Verhandlungen werden am 2. November 2026 in Frankfurt/Main fortgesetzt.
Der Arbeitgeberverband der privaten Banken (AGV Banken) stellt sein Leitungsteam neu auf. Der AGV-Vorstand hat Dr. Eva Semler, bislang Leiterin Rechtspraxis und Rechtsberatung des AGV Banken, zum 1. Juli 2026 zur Geschäftsführerin berufen. Sie komplettiert dann die dreiköpfige Geschäftsführung mit Carsten Rogge-Strang (Hauptgeschäftsführer) und Ulf Grimmke (Geschäftsführer). Dr. Jens Thau, Stv. Hauptgeschäftsführer des Verbands, wird zur Jahresmitte in den Ruhestand gehen.
„Ich freue mich, dass wir die Position in der Geschäftsführung aus den eigenen Reihen besetzen können. Dr. Eva Semler ist eine hervorragende Wahl, sie vereint hohe fachliche Expertise und langjährige Erfahrung im Verbandsgeschäft. Damit schaffen wir Kontinuität und geben Raum für neue Impulse“, sagt Dr. Thomas A. Lange, Vorsitzender des AGV Banken. Dr. Eva Semler hat Rechtswissenschaften in Bonn studiert und ist mit kurzer Unterbrechung seit 2006 für den AGV Banken tätig, zunächst als Referentin und seit 2018 als Leiterin Rechtspraxis und Rechtsberatung. In der Geschäftsführung wird sie für Arbeits- und Sozialrecht und den europäischen sozialen Dialog zuständig sein, sich aber auch der Tarifpolitik sowie Fragen von Arbeitsschutz und gesundheitsgerechter Arbeitsgestaltung widmen.
Dr. Jens Thau verlässt den Verband im Sommer nach über 27-jähriger Tätigkeit. Er war 1999 als Justiziar in den AGV Banken eingetreten. Seit 2007 war er Geschäftsführer Recht und ist seit 2022 Stv. Hauptgeschäftsführer. 2013 übernahm er zudem den Vorsitz im Banking Committee for European Social Affairs (BCESA) der European Banking Federation (EBF). „Dr. Jens Thau hinterlässt große Fußstapfen. Insbesondere im europäischen sozialen Dialog der Banken hat er sich mit großem Know-how und Verhandlungsgeschick für die Interessen der privaten Banken eingesetzt und enorme Verdienste erworben. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet und wünschen ihm für den neuen Lebensabschnitt alles erdenklich Gute“, so Dr. Thomas A. Lange.
Zeitgleich mit der Neubesetzung in der Geschäftsführung wird auch Dr. Alexander Böhne, bislang Leiter Sozialpolitik und Volkswirtschaft im AGV Banken, eine veränderte Funktion als Leiter Arbeits- und Sozialpolitik Deutschland übernehmen. Damit unterstreicht der Verband die steigende Bedeutung politischer Netzwerkarbeit und verstärkt sein Engagement in diesem Bereich.
Die Mitglieder im Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) haben Montag bei der turnusgemäßen Neuwahl des Vorstands Dr. Thomas A. Lange einstimmig im Amt des Vorsitzenden bestätigt. Er steht seit 2007 an der Spitze der National-Bank AG in Essen. Dem Vorstand des AGV Banken gehört er ebenfalls seit 2007 an, seit November 2022 als Vorsitzender.
Dr. Thomas A. Lange: „Ich bedanke mich für das erneut große Vertrauen. Das ist eine gute Basis für die aktuellen Herausforderungen und für konstruktive Verhandlungen in der Gehaltstarifrunde 2026.“
Die Mitgliederversammlung des AGV Banken hat alle weiteren Mitglieder des Verbands-Vorstands in ihren Ämtern bestätigt. Dem Vorstand des AGV Banken gehören damit an:
Dr. Thomas A. Lange, National-Bank AG (Vorsitzender)
- Sabine Mlnarsky, Commerzbank AG (stv. Vorsitzende)
- Mike Kammann, Bausparkasse Schwäbisch Hall AG (stv. Vorsitzender)
- Dr. Denise Bauer-Weiler, UBS Europe SE
- Marion Höllinger, Unicredit Bank GmbH
- Dr. Ralph Müller, ING-Diba AG
- Christian Sewing, Deutsche Bank AG
- Dr. Patrick Trutwein, IKB Deutsche Industriebank AG
Berlin, 10. November 2025. Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) hat am Montag die jahrgangsbesten Ausgebildeten im Berufsbild Bankkaufleute geehrt. Der AGV-Vorsitzende Dr. Thomas A. Lange übergab den Nachwuchskräften ihre Auszeichnungen. „Diese engagierten jungen Menschen haben hervorragende Leistungen gezeigt und sind ein Vorbild für die vielen guten Nachwuchskräfte in unserer Branche“, so Dr. Thomas A. Lange.
Ausgezeichnet wurden folgende Nachwuchskräfte:
· Albert Meng (Commerzbank, Bielefeld)
· Laura Fleck (Deutsche Bank, Lübeck)
· Lea Jeske (MLP Banking, Wiesloch)
· Rebecca Strigler (Bausparkasse Schwäbisch Hall, Kröbenzell)
· Lisa Sule (Hypovereinsbank/Unicredit Bank, Augsburg)
· Benjamin Waldher (M.M. Warburg, München)
Künstliche Intelligenz durchdringt immer stärker die Arbeit in den wissensbasierten Dienstleistungen: Im privaten Bankgewerbe nutzt inzwischen mehr als ein Drittel der Beschäftigten im Arbeitsalltag mindestens gelegentlich KI, knapp ein Fünftel sogar sehr häufig oder häufig und immer öfter auch im Kundendialog. Dabei empfinden die Beschäftigten KI überwiegend als unterstützend und bereichernd, was sich positiv auf ihre Arbeitszufriedenheit, Motivation und Gesundheit auswirkt. Auffällig ist, dass sich die positiven Effekte in den vergangenen Jahren deutlich verbessert haben. Zu diesen Ergebnissen kommt der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken)in einer aktuellen Studie.
„Die weitaus meisten Beschäftigten sehen die neue Technologie nicht als Schreckgespenst, sondern eher als Chance für ihre weitere berufliche Entwicklung. Damit wiederholt sich das Muster früherer Technologiesprünge: Wer am Puls der Zeit ist, erkennt und nutzt die Perspektiven, die sich durch Veränderungen ergeben“, sagt Carsten Rogge-Strang, Hauptgeschäftsführer des AGV Banken. Wie bei allen technologischen Veränderungen würden durch KI auch bestimmte Jobs wegfallen. Im Moment werde KI aber gerade in den vielen höher qualifizierten Tätigkeiten im Bankgewerbe als Entlastung und Unterstützung erlebt.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick:
- Ein Fünftel nutzt häufig KI: Der Einsatz künstlicher Intelligenz ist für immer mehr Beschäftigte im privaten Bankgewerbe schon Alltag: Knapp die Hälfte von ihnen nutzt KI, mehr als ein Drittel tut dies mindestens gelegentlich und etwa jede/r Fünfte sogar (sehr) häufig.
- Backoffice, Bonitätsbewertung und Beratung vorn: KI kommt bei privaten Banken als Unterstützung vor allem dort zum Einsatz, wo sich Rückschlüsse aus großen Datenmengen ziehen lassen – insbesondere in Backoffice, Betrugserkennung und -prävention und der Bonitätsbewertung. Den größten Schub gab es in den vergangenen fünf Jahren bei Anwendungen zum Kundendialog. Daran zeigt sich, dass viele Kundenberaterinnen und -berater im Privatkundengeschäft (Retail Banking) mittlerweile in digitalen Beratungszentren mit vermehrter KI-Unterstützung arbeiten. Auffällig ist, dass KI auch in der hochwertigen Beratung (Investment Banking, Private Banking) weit überdurchschnittlich häufig zum Einsatz kommt, weil sie wertvolle Unterstützung etwa im Portfoliomanagement bietet.
- Führungskräfte mit Abstand am positivsten: Beschäftigte in Führungspositionen setzen KI überdurchschnittlich oft ein, 31 Prozent nutzen sie (sehr) häufig. Das dürfte zum einen daran liegen, dass Führungskräfte den Einsatz und Umgang mit KI in ihrem Arbeitsbereich planen und steuern müssen und daher verpflichtet sind, sich frühzeitig und umfassend mit KI vertraut zu machen. Zum anderen lässt sich vermuten, dass Führungskräfte besonders offen sind für die Nutzung neuer Technologien. Darüber hinaus bewerten die Führungskräfte die Auswirkungen von KI mit Abstand am positivsten, insbesondere die Berücksichtigung von Erfahrungswissen und die Jobsicherheit.
- Jüngere aktiver als Ältere: Die Befragung zeigt eine deutliche Lücke in der Nutzung, wenn es um das Alter geht. Während etwa jede(r) dritte Beschäftigte unter 30 Jahren KI-Anwendungen nutzt, tut das in der Gruppe der über 50-Jährigen nur jede achte Person.
- Deutliche Verbesserung auf bereits hohem Niveau: Die Beschäftigten im privaten Bankgewerbe sehen KI überwiegend als wertvolle Unterstützung und Bereicherung ihrer Arbeit – und zwar zunehmend: Alle gemessenen Parameter haben sich in den vergangenen fünf Jahren deutlich verbessert. So finden aktuell 62 Prozent der KI-Nutzenden, dass die Technologie die Effizienz ihrer Arbeit (eher)verbessert; vor fünf Jahren waren es noch 43 Prozent. 50 Prozent geben an, dass der Anteil anspruchsvoller Inhalte in ihrer Arbeit gestiegen ist; im Jahr 2020waren es erst 34 Prozent.
- Überwiegend höhere Jobsicherheit, Skepsis im Retailbanking: 48 Prozent der KI-Anwenderinnen und -anwender sehen für sich bessere berufliche Entwicklungsmöglichkeiten durch KI, und 39 Prozent gehen davon aus, dass KI ihren Arbeitsplatz sicherer machen wird – nur 21 Prozent glauben das nicht. Allerdings sehen das manche Beschäftigtengruppen weniger optimistisch; so ist das das Stimmungsbild im Privatkundengeschäft (Retailbanking) gespalten (je ein Drittel positiv, neutral und negativ). Daran zeigt sich, dass KI zunehmend Funktionen auch im standardisierten Kundendialog übernimmt.
- KI-Nutzende überdurchschnittlich zufrieden und motiviert: Diejenigen, die in den privaten Banken KI nutzen, bewerten ihre Arbeitszufriedenheit und Gesundheit durchweg positiver als ihre Kolleginnen und Kollegen, die keine KI anwenden. Das gilt insbesondere für die Aspekte „ausreichend Zeit und Ressourcen“ (87 Prozent der KI-Anwenderinnen/-anwender sind damit zufrieden, aber nur 64 Prozent derjenigen, die keine KI nutzen) und „Aufstiegsmöglichkeiten“ (diese bewerten 86 Prozent der KI-Nutzenden, aber nur 55 Prozent der Nicht-KI-Nutzenden positiv).
- Breite Anwendung im eigenen Arbeitsumfeld: Jenseits unternehmenseigener Anwendungen nutzen Bankbeschäftigte KI In ihrem persönlichen Arbeitsbereich vor allem für Textarbeit, Recherchen und die Verarbeitung von Datensätzen. Aber auch in der beruflichen Kommunikation (E-Mails, Social Media), bei der Teamorganisation und für Videos und Fotos kommt KI zum Einsatz.
Zugleich haben die Banken-Arbeitgeber auch mögliche Risiken von KI im Blick. Deshalb haben sich die europäischen Banken-Sozialpartner schon im Mai 2024 als erste Branche auf eine gemeinsame Erklärung zu den Auswirkungen künstlicher Intelligenz verständigt. Darin treten sie nicht nur für einen verantwortungsvollen, transparenten und unvoreingenommenen Einsatz von KI ein, der die Letztentscheidung des Menschen respektiert („human-in-control principle“). Sie empfehlen auch regelmäßige gemeinsame Risikobewertungen der Sozialpartner von KI mit Blick auf Sicherheit und Gesundheit und legen Wert darauf, dass bestehende individuelle und kollektive digitale Rechte auch beim Einsatz von KI weiterbestehen. Darüber hinaus umfasst der faire Einsatz von KI aus Sicht der europäischen Banken-Sozialpartner auch den Schutz von Privatsphäre und Sicherheit, wobei personenbezogene Daten, die in KI-Systemen verwendet werden, nach ethischen Gesichtspunkten und im Einklang mit den geltenden Datenschutzbestimmungen erhoben, gespeichert und verwendet werden – auch im Hinblick auf Überwachung, Tracking und Kontrolle.
Die vollständige Studie (deutsche und englische Fassung) und die gemeinsame Erklärung der europäischen Banken-Sozialpartner stehen auf der Website des AGV Banken zum Download zur Verfügung (www.agvbanken.de).
Die Zahl der Beschäftigten im deutschen Kreditgewerbe ist im Jahr 2024 leicht gestiegen. Sie lag zum Jahresende bei 543.350, das sind 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr (537.650). Damit ist nach Jahren des Rückgangs und der Stagnation im Vorjahr erstmals wieder ein leichter Beschäftigungsaufwuchs festzustellen. Zu diesem Ergebnis kommt der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes in seiner aktuellen Beschäftigtenerhebung.
Das leichte Plus erklärt sich vor allem dadurch, dass in einzelnen Bankengruppen in den kommenden Jahren absehbar besonders viele Beschäftigte in den Ruhestand gehen und die betroffenen Institute vorausschauend zusätzliches Personal eingestellt haben, um erheblichem Fachkräftemangel vorzubeugen. Hinzukommen Neueinstellungen in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Regulierung und Nachhaltigkeit.
Bei den privaten Banken und Bausparkassen ist die Beschäftigtenzahl im vergangenen Jahr leicht um 0,7 Prozent gesunken: Zum Jahresende 2024 waren hier rund 154.600 Personen beschäftigt (Vorjahr: 155.650). Auslöser waren vor allem Restrukturierungen in größeren Instituten.
Der Anteil von Frauen in Führungspositionen im privaten Bankgewerbe ist erneut um 0,6 Prozentpunkte gestiegen und liegt bei deutlich über einem Drittel: 2024 waren 37,1 Prozent aller außertariflich Angestellten weiblich(Vorjahr: 36,5). Die Teilzeitquote über alle Beschäftigten hinweg liegt stabil bei einem Viertel: 2024 arbeiteten 25,1 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit(Vorjahr: 24,9 Prozent). In der Gesamtwirtschaft lag der Anteil der Beschäftigten in Teilzeit bei 29 Prozent.
Ein Bündnis hochrangiger Netzwerkpartner hat ein neues Dialogformat gestartet, das Menschen in Unternehmen und Organisationen miteinander ins Gespräch bringen soll – zu einem wichtigen Thema abseits der Arbeit: Unter dem Titel „Democoffee“ berichten ehrenamtlich tätige Beschäftigte in ihrem Arbeitsumfeld auf einen Kaffee über ihr Engagement, mit dem sie in ihrer Freizeit einen wichtigen Beitrag zur Demokratie leisten. Aus den betrieblichen Kaffeerunden entstehen weiterführende Gespräche, Netzwerke, neue Perspektiven, mehr Verständnis füreinander und womöglich auch ein besseres Arbeitsklima. Darüber hinaus soll „Democoffee“ Lust auf Ehrenamt machen und zeigen, dass sich auch in einer immer komplexeren Welt Dinge bewegen lassen. „Democoffee“ ist so konzipiert, dass es in allen Branchen funktioniert, für Beschäftigte leicht zugänglich und für Unternehmen und Organisationen einfach umsetzbar ist.
Entwickelt wurde das Format im Rahmen einer Sozialpartner-Initiative zur Demokratiestärkung, die der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Ende 2023 ins Leben gerufen haben. Kooperationspartner ist der Business Council for Democracy (BC4D), eine Plattform zur Demokratiestärkung im Arbeitsumfeld, die von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und dem Institute for Strategic Dialogue (ISD) getragen wird. Im Rahmen des Ehrentags, den Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für den 23. Mai 2026 ausgerufen hat, kooperieren auch das Bundespräsidialamt und die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) mit „Democoffee“.
Anlässlich des Auftakts erklärt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Initiator und Schirmherr des Ehrentags: „Ein starkes Gemeinwesen lebt von Begegnung. Und dort, wo wir einander begegnen, wo wir einander zuhören, wo wir Perspektiven von anderen aus ganz unterschiedlichen Bereichen unserer Gesellschaft kennenlernen, da wächst Verständnis und Mitgefühl, da entsteht Solidarität.“
Für den Business Council for Democracy (BC4D) erklärt Karl von Rohr, ehemaliger Stv. Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank AG und Vorstandsmitglied der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung: „Unternehmen und Organisationen sind ideale Orte für Gespräche und Begegnungen: Hier kommen Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen und Haltungen zusammen. Es ist wichtig, dass wir diesen Sozialraum für den Austausch und ein besseres Miteinander nutzen.“
Dr. Thomas A. Lange, Vorsitzender des AGV Banken und Vorsitzender des Vorstands der National-Bank AG: „Democoffee ist gelebte Demokratie. Wir müssen unsere Filterblasen verlassen und viel häufiger mit Menschen reden, die andere Sichtweisen vertreten als wir selbst. Ich freue mich, dass wir dazu als Sozialpartner im privaten Bankgewerbe gemeinsam den Impuls geben.“
Christoph Schmitz-Dethlefsen, Bundesvorstandsmitglied der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di): „Das Dialogformat Democoffee stärkt den Zusammenhalt am Arbeitsplatz und das Verständnis für gesellschaftliches Engagement. Es zeigt, wie gelebtes Ehrenamt und gelebte Demokratie auch im Arbeitsalltag zusammengehören, und macht Mut, sich in unserer Gesellschaft einzubringen.“
Jan Holze, Vorstand der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE): „Das Miteinander im Ehrenamt schafft Zukunft und sorgt für Zusammenhalt. Wir freuen uns, wenn daraus auch im Arbeitsumfeld ein besseres Verständnis füreinander entsteht. Deshalb ist Democoffee ein tolles Projekt im Rahmen des Ehrentags – mit hoffentlich vielen guten Beispielen bis zum Mai 2026.“
Zum Auftakt von Democoffee diskutierte in Berlin eine hochrangige Gesprächsrunde über Wirtschaft, Ehrenamt sowie die Rolle von Unternehmen und Organisationen als soziale Räume. Gäste waren Karl von Rohr (Gemeinnützige Hertie-Stiftung), Jan Holze (Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt), Dr. Claudia Huber (Bundespräsidialamt) und Anke Dubert (Deutsche Bank AG), die sich ehrenamtlich bei der Bahnhofsmission Berlin Zoo (Berliner Stadtmission) engagiert. Moderiert wurde die Runde von Carsten Rogge-Strang (AGV Banken) und Jan Duscheck (ver.di). Die Diskussion ist in Kürze auf der Youtube-Seite des AGV Banken in voller Länge abrufbar: https://www.youtube.com/@agvbanken.
Zugleich hat Democoffee mit ersten Sessions in Unternehmen und Organisationen begonnen. Dazu gehören die Deutsche Bank AG, die Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, die National-Bank AG und der AGV Banken.
Unternehmen und Organisationen, die Interesse an dem Format haben, können sich ausführlich unter www.democoffee.de informieren. Dort gibt es ein Starter-Kit mit Mustertexten, Fragebögen, Logos und Visualisierungen, mit denen sich Democoffee leicht umsetzen lässt. Das Portal stellt auch „Coffee Heroes“ vor, also Heldinnen und Helden des Alltags, die in ihrem Arbeitsumfeld über ihre ehrenamtliche Tätigkeit berichtet haben.
Pressekontakt:
- Business Council for Democracy / Gemeinnützige Hertie-Stiftung: Susanne Nasr, nasrs@ghst.de, +49 157300 25 269
- AGV Banken: Carsten Rogge-Strang,service@agvbanken.de, +49 30 59 00 112-70
- ver.di: Daniela Milutin, pressestelle@verdi.de, +49 30 6956-1014
- Bundespräsidialamt: presse@bpra.bund.de,+49 30 2000-2021
- Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) / Ehrentag: DSEE: presse@d-s-e-e.de, Ehrentag: ehrentag@d-s-e-e.de
Prof. Rainer Schlegel, Präsident des Bundessozialgerichts a.D., hat auf einem Kolloquium zum 70-jährigen Bestehendes AGV Banken mehr Spielraum für die Tarifvertragsparteien gefordert, um die Sozialpartnerschaft zu stärken.
Berlin, 7. November 2024. Der frühere Präsident des Bundessozialgerichts, Prof. Dr. Rainer Schlegel, fordert größere Spielräume für die Sozialpartner in Deutschland. Auf einem arbeitsrechtlichen Kolloquium, zu dem der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) in Berlin aus Anlass seines 70-jährigen Bestehens eingeladen hatte, sagte Schlegel am Donnerstag: „Der Staat sollte den Tarifvertragsparteien mehr Beinfreiheit ermöglichen und sich in bestimmten Bereichen zurückhalten. Das wäre ein erster wichtiger Schritt in Richtung höhere Tarifbindung.“
Aus Schlegels Sicht kommt die Diskussion um geeignete Maßnahmen zur Stärkung der Tarifbindung nicht voran. Eingriffe des Gesetzgebers mit dem Ziel, abgeschlossenen Tarifverträgen einen breiteren Anwendungsbereich zu verschaffen, seien nicht das geeignete Mittel: „Der Staat sollte es unterlassen, Nichtmitgliedern die Früchte von Tarifvertragsabschlüssen zukommen zu lassen“ Die Attraktivität der Tarifvertragsparteien müsse von ihnen selbst generiert werden und lasse sich nicht vom Staat verordnen.
Im Anschluss an Prof. Dr. Schlegels Impulsvortrag diskutierte eine hochrangige Podiumsrunde mit ihm zum Thema „Die Koalitionsfreiheit als Eckpfeiler der Demokratie: Wege zur Stärkung der Sozialpartner." Weitere Teilnehmende waren Prof. Dr. Nadine Brandl (Leiterin des Bereichs Recht und Rechtspolitik der Vereinten Dienstleistungsgesellschaft ver.di), Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf (Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Universität Potsdam) und Dr. Jens Thau, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des AGV Banken.
Hinweis: Ein Mitschnitt des gesamten Kolloquiums wird in Kürze auf der Website des Verbands (www.agvbanken.de)zur Verfügung stehen.
Die besten Nachwuchskräfte 2024 imprivaten Bankgewerbe stammen aus ganz Deutschland, von Flensburg bis München. In Berlin wurden sie im Rahmen der 70-Jahr-Feier des AGV Banken ausgezeichnet.
Berlin, 7. November 2024. Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) hat am Donnerstag im Rahmen seiner Festveranstaltung zum 70-jährigen Verbandsbestehen die jahrgangsbesten Ausgebildeten im Berufsbild Bankkaufleute geehrt. Der AGV-Vorsitzende Dr. Thomas A. Lange übergab den Nachwuchskräften ihre Auszeichnungen. „Diese engagierten jungen Menschen haben hervorragende Leistungen gezeigt und sind ein Vorbild für die vielen guten Nachwuchskräfte im privaten Bankgewerbe“, so Dr. Thomas A. Lange.
Nicht nur mit dieser Auszeichnung unterstreicht der Verband die hohe Bedeutung der Ausbildung in der Branche. Auch tarifpolitisch haben die Sozialpartner die Bankausbildung aufgewertet, zuletzt mit dem Abschluss eines eigenständigen Nachwuchskräfte-Tarifvertrags im November 2023 sowie mit einer substanziellen Erhöhung der Ausbildungsvergütungen im Sommer 2024. „Wir haben weiterhin einen großen Bedarf an hoch qualifizierten Nachwuchskräften und bieten jungen Menschen eine hervorragende Ausbildungsqualität, anspruchsvolle Tätigkeiten und gute Perspektiven“, so Dr. Thomas A. Lange.
Der Nachwuchskräfte-Tarifvertrag bietet Berufseinsteigern attraktive Konditionen, etwa Lernmittelzuschüsse, unbefristete Übernahme unter üblichen Bedingungen, attraktive Ausbildungsvergütung und Zusatzleistungen für dual Studierende. Zusätzlich macht die 2020 verabschiedete neue Ausbildungsordnung für Bankkaufleute den Berufseinstieg im Bankgewerbe noch digitaler, kunden- und praxisorientierter.
Ausgezeichnet wurden folgende Nachwuchskräfte:
· Tim-Niklas Kretschmer (Commerzbank, Flensburg)
· Emilio Fischer-Sandoval (Deutsche Bank, Stuttgart)
· David Biebert (Commerzbank, Hamburg)
· Frederic Weber (Hypovereinsbank/Unicredit Bank, Nürnberg)
· Philipp Oßwald (Merkur Privatbank, München)
