Beschäftigtenzahl im Kreditgewerbe durch Sondereffekte erneut leicht gestiegen
- Ende 2025 knapp 549.000 Mitarbeitende
- Privates Bankgewerbe: Personalstärke moderat rückläufig
- Anteil von Frauen in Führungspositionen leicht gestiegen
Die Zahl der Beschäftigten im deutschen Kreditgewerbe ist im Jahr 2025 erneut leicht gestiegen. Sie lag zum Jahresende bei 548.700, das entspricht einem Zuwachs von knapp 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr (543.350). Damit setzt sich der durch Sondereffekte begründete moderate Aufwärtstrend des Vorjahres fort. Zu diesem Ergebnis kommt der Arbeitgeberverband der privaten Banken in seiner aktuellen Beschäftigtenerhebung.
Das leichte Plus erklärt sich wie im vergangenen Jahr vor allem dadurch, dass in einzelnen Bankengruppen in den kommenden Jahren absehbar besonders viele Beschäftigte in den Ruhestand gehen und die betroffenen Institute vorausschauend zusätzliche Mitarbeitende eingestellt haben, um einem drohenden Fachkräftemangel in den Folgejahren zuvorzukommen. Hinzu kommen gezielte Neueinstellungen in Wachstumsbereichen, etwa im Private Banking und Wealth Management, sowie für Compliance und Regulierung.
Bei den privaten Banken und Bausparkassen ist die Beschäftigtenzahl im vergangenen Jahr aufgrund anhaltender Restrukturierungen um 1,5 Prozent gesunken. Zum Jahresende2025 waren hier rund 152.250 Personen beschäftigt (Vorjahr: 154.600). Trotz des Rückgangs haben die privaten Banken auch im KI-Zeitalter weiterhin Bedarf an hoch qualifizierten Beschäftigten, insbesondere für komplexere Beratungen. Hierverfolgen einige Institute gezielte Wachstumsstrategien. „Die privaten Bankenbieten Mitarbeitenden mit hoher Expertise auch in einem unsicheren Marktumfeld weiterhin sehr gute Perspektiven“, sagt Dr. Thomas A. Lange, Vorsitzender des AGV Banken.
Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass die Beschäftigtenzahl bei den privaten Banken auch in den kommenden Jahren insgesamt rückläufig sein wird: Absehbar werden durch digitale Automatisierung und perspektivisch auch durch KI standardisierte Tätigkeiten ersetzt, insbesondere in bestimmten Zentralbereichen und Marktfolge-Einheiten. Hinzu kommt Personalabbau durch die fortschreitende Konsolidierung. Dr. Thomas A. Lange: „Die aktuelle Dynamik im europäischen Bankenmarkt zeigt, unter welchem Wettbewerbsdruck unsere Branche steht. In diesem Umfeld müssen wir die Kosten im Griff behalten, um auch in der Breite so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.“
Der Anteil von Frauen in Führungspositionen im privaten Bankgewerbe ist erneut leicht angestiegen und liegt bei deutlich über einem Drittel: 2025 waren 37,3 Prozent aller außertariflich Angestellten weiblich (Vorjahr: 37,1). Die Teilzeitquote über alle Beschäftigten hinweg liegt konstant bei einem Viertel: 2025 arbeiteten 25,0 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit (Vorjahr: 25,1 Prozent). In der Gesamtwirtschaft lag der Anteil der Beschäftigten in Teilzeit bei 29,5 Prozent.
Dem AGV Banken gehören rund 100 Institute (Großbanken, Regionalbanken, Pfandbriefbanken, Spezialbanken, Privatbankiers und Bausparkassen) mit rund 135.000 Beschäftigten an. Der Arbeitgeberverband vertritt die sozialpolitischen Interessen seiner Mitglieder, schließt als Tarifträger auf Bundesebene Tarifverträge mit den Gewerkschaften ab, informiert und berät die Mitgliedsinstitute und vertritt sie vor Arbeits und Sozialgerichten in Grundsatzfragen. Darüber hinaus nimmt er die sozialpolitischen Belange des privaten Bankengewerbes gegenüber Regierungs- und Verwaltungsstellen wahr. Der AGV Banken unterstützt seine Mitglieder in der beruflichen Aus- und Weiterbildung und berät die zuständigen Ministerien bei der Entwicklung von einschlägigen Gesetzen und Ausbildungsordnungen.