Banken-Arbeitgeber: Konzentration auf Gehaltsfrage, Abschluss mit Augenmaß erforderlich

Berlin
8.10.2026
  • Dr. Thomas A. Lange: "Forderungen dürfen zu keiner Überforderung führen"
  • Gehaltsforderungen als deutlich zu hoch zurückgewiesen
  • Wirtschaftliches und politisches Umfeld mit erheblichen Risiken

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Im ersten Termin der Tarifrunde der privaten Banken 2026 haben die Arbeitgeber dafür geworben, sich im derzeit äußerst schwierigen ökonomischen und finanzwirtschaftlichen Umfeld auf die Gehaltsfrage zu konzentrieren. Die Verhandlungen sollten nicht mit einer Vielzahl komplexer Themen überfrachtet werden.

Mit Blick auf die umfangreichen Forderungspakete der Gewerkschaften Verdi und DBV erklärte Dr. Thomas A. Lange, Verhandlungsführer der Banken-Arbeitgeber: „In unsicheren Zeiten brauchen wir im Rahmen unserer Sozialpartnerschaft mit den Gewerkschaften eine pragmatische Tarifpolitik, die Sicherheit schafft. Für alle Beteiligten.“ Das tarifpolitische Rahmenwerk zur Bewältigung tiefgreifender Transformationsphasen habe sich bewährt, weitergehende Regelungen müssten den Unternehmen überlassen bleiben. „Forderungen dürfen den Realitätsbezug nicht verlieren und zu keiner Überforderung führen“, so Lange.

Die Gehaltsvorstellungen der Gewerkschaften Verdi (6,0 Prozent für 12 Monate) und DBV (9,5 Prozent für 24 Monate) haben die Banken-Arbeitgeber als deutlich zu hoch zurückgewiesen. Die zuletzt guten Ergebnisse der privaten Banken dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Kreditwirtschaft erheblichen Risiken gegenübersehe. Die deutsche Wirtschaft und mit ihr die Banken stünden aufgrund geopolitischer und wirtschaftlicher Risiken massiv unter Druck. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen habe den höchsten Stand seit über zehn Jahren erreicht und belaste das Kreditgeschäft der Banken substanziell, wie die seit Ende Juni deutlich erhöhte Risikovorsorge unter Beweis stelle. Hinzu kämen stark erhöhte IT-Risiken. Diese erforderten erhebliche Investitionen, die einen Gutteil der jetzt erwirtschafteten Gewinne aufzehrten. Parallel stünden Teile der privaten Banken angesichts fortschreitender Konsolidierung und digitaler Automatisierung vor weiteren personellen Anpassungen. In diesen Zeiten hoher politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit sei Kostendisziplin das oberste Gebot.

Dr. Thomas A. Lange: „Wir sind selbstverständlich zu einem fairen Ausgleich zwischen den Interessen unserer Beschäftigten und unseren Unternehmen bereit. Aber wir dürfen in der Gehaltsfrage, auch mit Blick auf die Sicherung von Arbeitsplätzen, nicht überziehen. Wir müssen Maß und Mitte halten.“

Das gelte auch für die weitreichenden Forderungen der Gewerkschaften zum Thema Transformation, die von Beschäftigungssicherung über Qualifizierung bis zu Entlastungstagen bei KI-Einsatz reichten. Die Arbeitgeber machten deutlich, dass sie grundsätzlich nicht bereit seien, auf der Verbandsebene verschärfte Kündigungsschutzregelungen zu verhandeln. Darüber hinaus erfolge die passgenaue Qualifizierung – sowohl zur Fortbildung der Mitarbeitenden als auch vor dem Hintergrund aufsichtsrechtlicher Anforderungen – laufend in den Unternehmen. Dabei werde der Einsatz von KI von den Beschäftigten durchweg als unterstützend und damit arbeitsentlastend empfunden.

Dr. Thomas A. Lange: „Als verantwortungsvolle Arbeitgeber sind wir immer zum Dialog über Veränderungen bereit. Unsere Tür steht offen. Aber für Transformationsprozesse brauchen unsere Unternehmen keine tarifliche Nachhilfe.“

Mit Unverständnis haben die Arbeitgeber auf Forderungen nach einem einseitigen Anspruch auf Gehaltsumwandlung in bis zu 20 freie Tage pro Jahr reagiert. Das entspreche einer Arbeitszeitverkürzung von fast 10 Prozent und führe jede seriöse Personalplanung ad absurdum. Die Folge wären Kapazitätsprobleme in vielen Bereichen, die entweder Zusatzbelastungen für die übrigen Beschäftigten im Team oder erhöhte Personalkosten für die Arbeitgeber zur Folge hätten. Beides könne nicht gewollt sein.

Die Verhandlungen werden am 2. November 2026 in Frankfurt/Main fortgesetzt.

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Dem AGV Banken gehören rund 100 Institute (Großbanken, Regionalbanken, Pfandbriefbanken, Spezialbanken, Privatbankiers und Bausparkassen) mit rund 135.000 Beschäftigten an. Der Arbeitgeberverband vertritt die sozialpolitischen Interessen seiner Mitglieder, schließt als Tarifträger auf Bundesebene Tarifverträge mit den Gewerkschaften ab, informiert und berät die Mitgliedsinstitute und vertritt sie vor Arbeits und Sozialgerichten in Grundsatzfragen. Darüber hinaus nimmt er die sozialpolitischen Belange des privaten Bankengewerbes gegenüber Regierungs- und Verwaltungsstellen wahr. Der AGV Banken unterstützt seine Mitglieder in der beruflichen Aus- und Weiterbildung und berät die zuständigen Ministerien bei der Entwicklung von einschlägigen Gesetzen und Ausbildungsordnungen.

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