Juni 2000
Kreditgewerbe: Personalzusatzkosten weiterhin höher als Lohn (siehe Grafiken Personalkosten)

Kreditgewerbe und Versicherungswirtschaft Spitzenreiter. Gesamtwirtschaftlich ist die prozentuale Belastung durch Personalzusatzkosten 1999 leicht gesunken.

Berlin, Juni 2000. Im Kreditgewerbe sind die Personalzusatzkosten, also die zusätzlichen Ausgaben der Arbeitgeber zu Lohn und Gehalt, im vergangenen Jahr trotz leicht rückläufiger Tendenz nach wie vor höher als der eigentliche Lohn. Die sogenannte Personalzusatzkostenquote beträgt im Kreditgewerbe 102,7 Prozent (Versicherungswirtschaft: 102,2 Prozent) und ist damit höher als in jedem anderen Wirtschaftsbereiche, so der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes e.V., Berlin (AGVB). Zu den Personalzusatzkosten zählen unter anderem die Beiträge zur Rentenversicherung, Entgeltfortzahlungen im Krankheitsfall, Aufwendungen für die betriebliche Ausbildung und die Ausgaben für die betriebliche Altersversorgung. Gegenüber 1998 ist die Quote wegen des in beiden Branchen rückläufigen Krankenstandes um insgesamt 0,8 (Banken) bzw. 0,9 Prozentpunkte (Versicherungen) zurückgegangen.

Insgesamt ist die prozentuale Belastung durch Personalzusatzkosten 1999 erstmals seit Jahren leicht gesunken. Zu verdanken ist dies hauptsächlich dem seit April 1999 ermäßigten Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung. Diese Ermäßigung führte in allen Branchen zu einer, je DM 100,-- Direktentgelt oder DM 0,50 (= - 0,5 Prozentpunkte), geringeren Sozialabgabe.

Dennoch sank die Personalzusatzkostenquote in der Industrie nur von 81,8 Prozent (1998) auf 81,6 Prozent, da gleichzeitig die Kosten für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall stiegen. Das Dienstleistungsgewerbe hatte 1999 mit knapp 81 Prozent eine ähnlich hohe Personalzusatzkostenquote wie die Industrie. Im Gegensatz zum Kreditgewerbe und zur Versicherungswirtschaft beträgt die Personalzusatzkostenquote im Einzel- und Großhandel knapp 70 Prozent.