Kompetenzen europaweit vergleichbar machenNach der Empfehlung der EU-Bildungsminister im Jahre 2004 sollen die Mitgliedstaaten bis zum Jahr 2010 ihre nationalen Bildungssysteme durch einen Verweis des jeweiligen nationalen Qualifikationsrahmens an den Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) koppeln.
Eine Arbeitsgruppe zum Deutschen Qualifikationsrahmen, eingerichtet vom Bundesbildungsministerium und der Kultusministerkonferenz, will einen Entwurf des DQR bis Jahresende 2008 fertigstellen. Die Arbeitsgruppe, in der auch die Vertreter aus den Spitzenverbänden der Wirtschaft vertreten sind, wird einen achtstufigen Qualifikationsrahmen entwickeln, der dem EQR entspricht und auf freiwilliger Basis angewendet werden soll. Der DQR soll die Transparenz und Durchlässigkeit des deutschen und - durch die Anknüpfung an den EQR - auch des europäischen Bildungssystems fördern.
EQR und DQR dienen dazu, Qualifikationen europaweit vergleichbar zu machen. Im Mittelpunkt der verschiedenen Stufen des Qualifikationsrahmens sollen dabei nicht formale Ausbildungsabschlüsse, sondern die tatsächlich vorhandene berufliche Handlungskompetenz stehen. Für die Zuordnung erworbener oder vorhandener Qualifikationen zu einer Stufe sollen verschiedene Kategorien - bestehend aus Fach-, Sozial- und Personalkompetenz - gebildet werden. Anschließend werden die Qualifikationen, die im deutschen Bildungssystem vermittelt werden, den acht Stufen zugeordnet.
Bei der Anwendung des Qualifikationsrahmens kann diese Zuordnung allerdings nur einen ersten Ansatzpunkt bieten. Entscheidend für die Einordnung einer beruflichen Qualifikation in eine Stufe wird die Überprüfung der bestehenden Qualifikationen in der Praxis sein, sodass jede Stufe letztlich unabhängig vom Bildungsabschluss oder Bildungsort zu erreichen ist - angesichts des starken Kompetenzbezugs in der beruflichen Bildung die einzig sinnvolle Vorgehensweise.
Ab dem Jahr 2009 soll der Entwurf des DQR dann in die ersten Praxistests gehen, damit er im Jahr 2010 verabschiedet werden kann.