Ausbildungssituation in der Gesamtwirtschaft 2007
Ausbildungsverträge: zweithöchster Stand seit der deutschen Einheit
Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt hat sich dank des großen Engagements der Unternehmen und der deutlich verbesserten Konjunkturlage positiv entwickelt. Die Anzahl der Ausbildungsverträge, die im Jahr 2007 abgeschlossen wurden, lag bei 626.000 und erreichte damit den zweithöchsten Stand seit der deutschen Einheit.

Zugleich hat sich im Jahr 2007 der Vorjahrestrend fortgesetzt. Bei einem Zuwachs an abgeschlossenen Ausbildungsverträgen um 8,6 Prozent (absolut: 49.761) wurde die positive Entwicklung des Vorjahres (plus 4,7 Prozent, absolut 25.973) nochmals gesteigert. Das Gesamtangebot zu Beginn des Ausbildungsjahres, das sich aus den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen und den noch als unbesetzt gemeldeten Ausbildungsplätzen zusammensetzt, lag sogar bei 644.057 und damit um 8,9 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Den größten Zuwachs an Ausbildungsplätzen verzeichneten traditionell Industrie und Dienstleistungen (plus 9,3 Prozent gegenüber 6,6 Prozent im Vorjahr). Zu einer deutlichen Steigerung kam es aber auch in den Ausbildungsberufen des Handwerks (plus 8,3 Prozent gegenüber 3,6 Prozent im Jahr 2006).

Diese Bilanz bestätigt, dass Ausbildung der Beschäftigungsentwicklung folgt. Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg - und nicht in der staatlichen Regulierung des Ausbildungsmarktes, etwa durch eine in den vergangenen Jahren häufig diskutierte Ausbildungsplatzabgabe.

Die Entwicklung des Jahres 2008 lässt weiterhin ein besseres Ausbildungsplatz-Angebot erwarten: Im Mai 2008 waren 404.077 Stellen gemeldet. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 9 Prozent (33.517 Plätze). Auch der Anteil der darin enthaltenen betrieblichen Ausbildungsplätze liegt deutlich über dem Niveau des Jahres 2007 (plus 8,4 Prozent).

Die Anzahl der Bewerber hat dagegen weiterhin erheblich abgenommen. Bis Mai 2008 hatten sich lediglich 517.180 Bewerber bei den Arbeitsagenturen gemeldet - ein Rückgang gegenüber 2007 um 16 Prozent (absolut: minus 97.715). Dabei ist die Gruppe der Altbewerber aus den Vorjahren (minus 21,7 Prozent) deutlich stärker geschrumpft als die Zahl der frisch aus der Schule entlassenen Bewerber (minus 8,4 Prozent). Die so genannte Lehrstellenlücke ist damit im Mai 2008 im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 60.000 Personen gesunken. Positiv hervorzuheben ist, dass die Entwicklung des Ausbildungsmarktes in Ost- und Westdeutschland - wenn auch im unterschiedlichen Ausmaß - in die gleiche Richtung weist.

Ausbildungsmarkt 2008
gemeldete
Bewerber
gemeldete
Stellen
Westdeutschland-11,6 %+ 7,4 %
Ostdeutschland-28,8 %+14,1 %

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Einem Fünftel der Schulabgänger fehlt die Ausbildungsreife
Mit Blick auf die sinkenden Schulabgängerzahlen wird allerdings schon heute deutlich, dass der Fachkräftemangel zu einer Herausforderung für die Personalpolitik wird. Verschärfend hinzu kommt die mangelnde Ausbildungsreife zu vieler Schulabgänger - laut Pisa-Studie immerhin 20 Prozent. Nach dem Betriebspanel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bleiben so rund 10 Prozent der Ausbildungsplätze unbesetzt. Es ist daher sehr zu begrüßen, dass die Bundesregierung mit ihrer Qualifizierungsinitiative das Thema Bildung als zentralen Standortfaktor anerkennt.


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