
Die Ausbildungsbilanz des Jahres 2006 zeigt, dass der nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland seine positive Wirkung entfaltet hat: Bis zum Beginn des Ausbildungsjahres im September 2006 wurden insgesamt 576.153 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Damit stieg die Zahl neu eingestellter Auszubildender gegenüber dem Vorjahr um 4,7 % (25.973 Ausbildungsverträge mehr als im Jahr 2005). Den größten Zuwachs verzeichneten dabei Industrie und Dienstleistungen mit 6,6 % (+20.770), aber auch im Handwerk gab es ein deutliches Plus von 3,6 % (+5.579).
Diese positive Entwicklung ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die Betriebe verstärkt neue Ausbildungsplätze angeboten haben. Die Wirtschaft hat damit ihre Zusagen im Pakt für Ausbildung übererfüllt.
Die Spitzenverbände der Wirtschaft haben den im Jahr 2004 abgeschlossenen Ausbildungspakt am 5. März 2007 um weitere drei Jahre bis zum Jahr 2010 verlängert. Die deutschen Unternehmen zeigen damit, dass sie sich der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung der Berufsausbildung bewusst und auch weiterhin bereit sind, sich ihrer Verantwortung für die Ausbildung zu stellen. Auch zukünftig soll allen ausbildungswilligen und -fähigen jungen Menschen eine Ausbildung oder Qualifizierung angeboten werden. Hierzu sind erneut zahlreiche Maßnahmen vereinbart worden. Die Paktpartner haben allerdings gleichzeitig darauf hingewiesen, dass die Verbesserung der Chancen Jugendlicher auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe insbesondere der Bildungs-, Familien-, Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Integrationspolitik ist.
Die zentralen Vereinbarungen des Ausbildungspaktes sind:
Die so genannte rechnerische Lehrstellenlücke (die Differenz zwischen den gemeldeten unbesetzten Ausbildungsplätzen und Bewerbern) betrug zum Stichtag 30. September 2006 rund 34.000 (im Jahr 2005 rund 28.000). Diese absolute Erhöhung ist auf eine erhebliche Zunahme der Bewerberzahlen um 5,9 % zurückzuführen (2006: 625.606 Bewerber gegenüber 591.080 im Jahr 2005). Ihnen stand ein um 5,1 % höheres Gesamtangebot von 591.540 Ausbildungsstellen (2005: 562.816) gegenüber. Auf 100 Bewerber kamen damit 94,6 Ausbildungsplätze, etwas weniger als 2005 (95,3).
Sowohl die rechnerische Lehrstellenlücke als auch die Zahl der tatsächlich unvermittelten Jugendlichen wurde durch die Nachvermittlungsbemühungen der Unternehmen und der Bundesagentur vermindert. So fiel die Lehrstellenlücke im Januar 2007 mit 10.600 überzähligen Bewerbern trotz der erheblich gestiegenen Gesamtzahl der Ausbildungssuchenden geringer aus als im Vorjahr (15.300).
Auch 2007 war weiterhin eine positive Tendenz auf dem Ausbildungsstellenmarkt erkennbar. Die Anzahl der bis Ende Mai 2007 in Industrie, Handel und Handwerk neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge lag um etwa 11 % über der des Vorjahres. Die rechnerische Lehrstellenlücke hat sich im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich um zirka 23 % verringert. Die Zahl der gemeldeten Bewerber ist im Vergleich zum Vorjahr nur leicht gesunken (- 2,7 %).


